Schwester von

Von Lot Vekemans
„Wenn der Bühnennebel sich langsam lichtet kriecht sie aus dem Untergrund hervor: Ismene, die jüngere Schwester der Antigone. 3000 Jahre hat sie geschwiegen, nun tritt sie heraus aus dem Schatten der übergroßen Heldin, deren Namen sie nie mehr aussprechen will…“
„Schwester von“, ein Monolog, basierend auf der mythologischen Figur der Ismene, Schwester der Antigone, Tochter des Ödipus. Seit der Antike scheinen die Rollen klar verteilt. Antigone: gut, Heldin, Vorbild – Ismene: schwach, Feigling, unbedeutend. Tausende von Jahren nach ihrem Tod beginnt sie zu reden, irgendwo, wo die Zeit nicht mehr zählt. Ismene stellt sich ihrer Geschichte nach einer Ewigkeit des Schweigens. Die Inszenierung konfrontiert uns mit ihrer Wahrheit, gibt die Chance – und zwingt gleichermaßen – sie anzuhören, Urteile zu überdenken und Position zu beziehen.
Wie hätte ich an ihrer Stelle gehandelt? Wer von uns hätte sich selbst geopfert? Und kann man das von einem Menschen verlangen? Ist blindwütiger Idealismus und Heroismus die Lösung oder immer auch nur einen Schritt entfernt von Fanatismus, der neues Leid heraufbeschwört?
„…Schwester von, so heißt das Monodrama von Lot Vekemanns, einer der meist gespielten niederländischen Gegenwartsautorinnen.
Beate Schwarzbauer hat in ihrer ersten Regiearbeit am Kleinen Theater die Geschichte wunderbar sensibel inszeniert. Ohne große dramatische Ausbrüche, vollkommen fokussiert auf die Erzählung. Möbus spielt diese Konflikte und Zweifel mit atemberaubender körperlicher Präsenz und emotionaler Genauigkeit…“
Generalanzeiger Bonn 06.03.26 (Elisabeth Einecke-Klövekorn)
Mit: Anna Möbus |
Regie: Beate Schwarzbauer |
Bühne: Andrea Aufleger |
Eine Produktion des Kleinen Theater Bad Godesberg
